Helgoland - Gewerbeflächen für Offshore-Industrie

Als einzige Deutsche Hochseeinsel liegt Helgoland mitten in der Deutschen Bucht, mit Zugang zur Elbe, Weser und Jade. Die Insel verfügt über mehrere kleinere Hafenanlagen, die insbesondere für Anbieter von Serviceleistungen für den Offshorebereich geeignet sind. Helgoland ist Mitglied in der Hafenkooperation Offshore-Häfen Nordsee SH.

HGH Hafenprojektgesellschaft Helgoland

HGH Hafenprojektgesellschaft Helgoland

Die WEP ist mit einem Anteil von 25,1 % am Stammkapital (25 TEUR) der Hafenprojektgesellschaft Helgoland mbH (HGH) beteiligt. Die übrigen Kapitalanteile der HGH hält die kreisangehörige Gemeinde Helgoland.Die HGH ist als Realisierungsgesellschaft mit befristeter Laufzeit angelegt. Zweck ist die Projektierung und Entwicklung der Hafeninfrastruktur im Helgoländer Binnen– und Südhafen sowie die Entwicklung und Verpachtung von Hafengewerbegrundstücken.

Mit der Entwicklung auf Helgoland leistet der Kreis Pinneberg einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Deutschlands einzige Hochseeinsel soll zur ersten Offshore Insel weltweit werden. Dazu müssen Kajenanlagen erneuert und die Hafenbecken ausgebaggert werden. Damit werden weitere Schiffsliegeplätze geschaffen. Zudem sollen ca. 20.000 m² Bauland im Südhafengelände entwickelt und teilweise an Offshore Windparkbetreiber verpachtet werden. Zusätzlich soll der Frachtumschlag der Gemeinde auf einer Teilfläche an der Südkaje angesiedelt werden.

Die WEP unterstützt die HGH bei der Konzeptentwicklung, bei Verhandlungen und bei der alltäglichen Verwaltung.

2013

Ausbau der Häfen

Die größte Aufgabe der Hafenentwicklung auf Helgoland ist die Verlagerung des gemeindlichen Frachtumschlags bis Anfang 2015 an die sanierte Südkaje und die Realisierung eines funktionsfähigen Servicehafens für die benachbarten Offshore-Windfelder im sogenannten „HelWin-Cluster“. Auf einer zuvor kampfmittelgeräumten und erschlossenen Fläche von rund 12.000 m² im Südhafengelände entstehen drei Servicegebäude der Offshore-Windparkbetreiber (OWB) mit Werk- und Lagerhallen, zudem ein Hangar für Helikopter. An der Südkaje entstehen durch die Sanierung Umschlagsflächen und Liegeplätze sowohl für die Windkraftbetreiber als auch für den Güterverkehr der Insel.

Der Binnenhafen selbst wird ebenfalls modernisiert, um die Nutzbarkeit als Multifunktionshafen auch in Zukunft zu gewährleisten. Des Weiteren soll unmittelbar südlich des Hubschrauberlandeplatzes des Marinefliegergeschwaders 5 ein Heliport (Abstellfläche und Hangar) entstehen. Während der  verschiedenen Baumaßnahmen sollen Natur und Tourismus so wenig wie möglich beeinträchtigt werden.

 

Meilensteine 2013

Fertigstellung der Fläche am Südhafengelände:
• Die Maßnahme des Flächenrecyclings und der Baureifmachung des Südhafengeländes konnte Ende 2013 abgeschlossen werden.
• Die Übergabe von Teilflächen an die Windparkbetreiber erfolgte am 03.05.2013.

Fertigstellung Erschließung:
• Der südliche Teil der Planstraße A sowie die Planstraße B wurden am 26.06.2013 technisch abgenommen, die VOB-Abnahmen erfolgte am 31.10.2013.

Baubeginn Südkaje:
• Nach Abschluss der Planungen zur wasserseitigen Kampfmittelräumung und Vertiefung des Vorhafens sowie der Sanierung der Südkaje im Frühjahr 2013, erfolgte am 11.06.2013 die europaweite Ausschreibung der Bauausführung. Die Beauftragung der Bietergemeinschaft, die zukünftig als ARGE  Südkaje bezeichnet wird, erfolgte am 27.09.2013 durch die HGH. Anfang November 2013 begann die Ausführungsphase.

Heliport:
• Im Verlauf des Jahres 2013 wurde ein Mitbenutzungsvertrag über die zivile Mitbenutzung der SAR Liegenschaft in Abstimmung mit dem Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr erarbeitet.
• Die luftfahrtrechtliche Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb eines Sonderlandeplatzes wurde am 19.11.2013 durch die Gemeinde Helgoland bei der Luftfahrtbehörde des Landes Schleswig-Holstein beantragt.

Bauabschnitt Binnenhafen/Südostufer:
• Auf Grundlage vorangegangener Planungen begann mit einem Abstimmungsgespräch Abstimmungsgespräch mit den zuständigen Genehmigungsbehörden am 24.06.2013 die Wiederaufnahme des Teilprojektes Ausbau des Binnenhafens und der Sanierung des Südostufers.
• Das Auftaktgespräch mit den zukünftigen Nutzern des Binnenhafens am 05.07.2013 bildete die Grundlage für die Erarbeitung des Nutzungskonzeptes.
• Zur Prüfung der technischen Machbarkeit, vor allem des Baggerverfahrens, wurde bis Ende 2013 eine Markterkundung mit diversen Fachgesprächen durchgeführt.

2014

Interview mit Peter Singer, Geschäftsführer der HGH Hafenprojektgesellschaft Helgoland

Herr Singer, die HGH wurde 2010 gegründet. Welche Unternehmensziele verfolgt die HGH damals und heute?
Die HGH wurde gegründet als Realisierungs- bzw. Projektgesellschaft, um im Auftrag der Gemeinde Helgoland den Ausbau der Helgoländer Häfen für die Optimierung der gemeindeeigenen Hafennutzung sowie für die neu angesiedelten Betreiber der Offshore Windenergie voranzutreiben. Sowohl mit Anteilen am Stammkapital als auch mit direkter Arbeitskraft ist die WEP an der Hafenprojektgesellschaft Helgoland (HGH) beteiligt.

Welches waren aus Ihrer Sicht die Schwerpunkte 2014?
Nachdem Anfang Dezember 2013 der Sturm „Xaver“ die Baustelle am Südhafen in Teilen beschädigte, begann das Jahr erst einmal mit der erfolgreichen Beseitigung der Sturmschäden. Im Laufe des Jahres 2014 haben dann alle drei Windparkbetreiber ihre Betriebs- und Servicehallen fertiggestellt und in Betrieb genommen. Die Erschließung des Südhafengeländes wurde abgeschlossen und zwei neue Straßen durch Schleswig-Holsteins Innenminister Breitner eingeweiht.

Nach etwa einem Jahr wurde dann Ende November 2014 die wasserseitige Kampfmittelräumung entlang der Südkaje im Vorhafen abgeschlossen. So konnte 2015 mit dem eigentlichen Kajenbau begonnen werden. Insgesamt wurden ca. 1.300 Störkörper größer als 50 kg geborgen. Die HGH brachte zudem im letzten Jahr vor allem die Sanierung der Südkaje weiter voran, was auch für den Offshorebereich ein wichtiges Stück Infrastruktur darstellt. Die Vorarbeiten zur Bestandssicherung wurden in 2014 ebenfalls erfolgreich abgeschlossen. Die nächsten Planungen der Teilprojekte Binnenhafen/Südostufer, „Heliport“ und der technischen Machbarkeitsstudie einer direkten Verkehrsanlandung ohne Ausbooten kamen ein großes Stück weiter.

Wie geht es 2015 weiter?
Im Jahr 2015 wird das Teilprojekt „Sanierung der Südkaje“ fertiggestellt werden. Damit wird die Voraussetzung geschaffen, den Frachtverkehr aus dem Binnenhafen in den Vorhafen zu verlagern. Erst wenn die Südkaje fertiggestellt ist, kann dann die Baumaßnahme im Binnenhafen begonnen werden, da es sonst zu Liegeplatzengpässen führen würde. Die Planungen des Binnenhafens werden in 2015 weiter konkretisiert. Der Heliport wird ebenfalls in die  Ausführungsphase gehen. Die Vorplanungen zu einer direkten Personenanlandung werden weiter in enger Abstimmung mit der Gemeinde verfolgt. Voraussichtlich werden zur Verortung und zu den konzeptionellen Varianten der neuen Infrastruktur in 2015 die wegweisenden politischen  Entscheidungen getroffen.

2015

Südkaje
Durch den Bau der Südkaje kann der Frachtumschlag der Gemeinde Helgoland aus dem Binnenhafen in den Vorhafen verlagert werden. Darüber hinaus wird auch das neue Passagierschiff MS „Helgoland“ hier anlegen können. Die Servicehallen der Offshore Windparkbetreiber sind bereits 2014 auf einer  zuvor kampfmittelgeräumten und erschlossenen Fläche von rund 12.000 m² errichtet worden. Die Offshore Windparkbetreiber werden ebenfalls von der neuen Infrastruktur der Südkaje profitieren, da sie somit – direkt vor ihrer Haustür – die Crew Transport Vessel (CTV), die die Monteure in den  Windpark bringen, beladen können. Vor dem eigentlichen Bau der neuen Kaje wurde Anfang 2015 zunächst ein altes Windkraftfundament vor dem Ufer abgebrochen. Zeitgleich wurden die restlichen Felsbaggerungen im Vorhafen durchgeführt.

Für den Bau der Südkaje wurden anschließend alle 96 Stahlträger eingerammt und ausbetoniert. Zwei Ereignisse störten einen zügigen Bauablauf. Zum Einen hatten sich Teile der Altkaje gelöst und mussten aufwändig vor dem Einbringen geräumt werden. Zum anderen gab es einen Unfall auf einer Hubplattform, bei der das Bohrgerät in den Vorhafen stürzte.

Trotz der Hindernisse konnte auch der Einbau der 95 Stahlbetonfertigteile abgeschlossen und mit der Hinterfüllung begonnen werden. Mit dem Abschluss der Sanierung und Inbetriebnahme der Südkaje kann im April 2016 gerechnet werden.

Heliport
Der Sonderlandeplatz für Hubschrauber, der sogenannte Heliport unmittelbar südlich des Hubschrauberlandeplatzes des Marinefliegergeschwaders 5, wurde im Oktober 2015 fertiggestellt und von der Luftfahrtbehörde des Landes Schleswig-Holstein genehmigt. Seit Ende November haben die Offshore Windparkbetreiber EON und RWE den Flugbetrieb aufgenommen

Binnenhafen
Ziel dieses Teilprojektes ist die Sanierung des Süd-Ost-Ufers, das aufgrund fehlender Standsicherheit abgängig ist und zudem die Vertiefung der Hafensohle, so dass der Binnenhafen wieder besser nutzbar ist. Als Multifunktionshafen kommt dem Binnenhafen besonders bei westlichen und nordwestlichen Wetterlagen eine wichtige Funktion zu, da hier die Schiffe eine ruhige Lage haben. Im Jahr 2015 wurde die Vorplanung der Kajenkonstruktion fertiggestellt. Des Weiteren wurde mit einer Baugrunderkundung begonnen, welche neben der Erkennung von Störkörpern vor allem zum Ziel hatte, die Lage des Felshorizontes im Hafenbecken zu lokalisieren. Die erste Bauphase des Binnenhafens soll nach der Sommersaison 2016 beginnen.

Ihr Ansprechpartner

Alexander Jethon, Dipl. Geograph Gewerbeflächenmanagement

Sarina Poggel
Standortberatung und Grundstücksmanagement

Telefon: +49(0)4120/7077-40
E-Mail: poggel@wep.de