
Blumen für einen gelungenen Vortrag für Bettina Angerer. Rechts der Leiter der VHS Pinneberg und links der Qualifizierungsberater Harald Beltz.
(01.06.2010) "Tue ich in diesem Moment das wirklich Wichtige?" Das war die zentrale Frage, die sich durch den Workshop von Bettina Angerer im Elmshorner Dienstleistungszentrum zog. Eingeladen hatte der Qualifizierungsberater der Weiterbildungsverbünde und der WEP Wirtschaftsförderung Harald Beltz im Rahmen der Vortragsreihe "Managementwissen - kompakt" und knapp zwanzig Personen sind der Einladung gefolgt.
Nach der Begrüßung durch den Leiter der Volkshochschule Pinneberg, Wolfgang J. Domeyer, und den einleitenden Worte des Qualifizierungsberaters übernahm die Vortragende Bettina Angerer, Trainerin und Coach aus Norderstedt, das Wort.
Der Start in die Veranstaltung gestaltete sich in aktiver Form, denn die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, ihren eigenen Umgang mit der Ressource Zeit zu testen. Ausnahmslos alle Teilnehmer stellten fest, dass sie dem Vortrag weiter lauschen sollten, da es jeweils noch Optimierungspotenziale gab. Da die Zeit eigentlich die gerechteste Ressource ist -jeder Mensch hat vierundzwanzig Stunden täglich- stellt sich die Frage, wie der Umgang mit ihr optimiert werden kann. Hier gab es dann auch schon die ersten Tipps: Das Einrichten einer "Stillen Stunde" über das Umstellen des Telefons, das Einschalten des Anrufbeantworters, zeitversetzt oder an einem anderen Ort zu arbeiten, Termine zu machen und das Schließen der Tür zu bestimmten Zeiten.
Eine weit verbreitete Möglichkeit, den Tag zu planen, ist die ALPEN-Methode. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte "Eselsbrücke", wobei das "A" für Aufgaben auflisten steht, das"L" für die Länge der Aufgaben einschätzen, das "P" für Puffer im Verhältnis 50:50 (geplante Zeit/Spontanes), das "E" für Entscheidungen treffen und Prioritäten setzen und letztlich das "N" für die Nachkontrolle steht.
Eine Hilfe zur Bestimmung der Prioritäten ist das "Eisenhower-Modell". Hier werden die Aufgaben nach Dringlichkeit und Wichtigkeit sortiert und in vier Quadranten eingeteilt. A-Aufgaben sind dringend und wichtig und müssen deshalb vom Verantwortlichen sofort abgearbeitet werden. Die B-Aufgaben sind wichtig aber nicht dringend, von daher können sie geplant und terminiert werden . Die dringenden aber nicht wichtigen C-Aufgaben werden delegiert und mittelfristig reduziert. Die weder wichtigen noch dringenden D-Aufgaben verschwinden tatsächlich oder sinnbildlich im Papierkorb.
Neben der Prioritätenzuordnung gibt es noch das Direkt-Prinzip, welches besagt, dass im Moment der Kontaktaufnahme mit einem Vorgang entschieden wird, ob er erledigt, geplant, delegiert, abgelegt oder entsorgt wird. Häufig ist es günstiger, auf den Anspruch zu verzichten, die Vorgänge perfekt lösen zu wollen und sie stattdessen einfach nur gut und termingerecht zu erledigen. Ein weiteres Prinzip ist das der Schriftlichkeit in Form von Check- und To-do-Listen, Zeitplanbüchern und Kalendern. Wobei es unerheblich ist, ob es sich um elektronische oder handschriftliche Eintragungen handelt. Weitere Hilfsmittel im Kampf gegen die Zeitdiebe sind Wiedevorlagemappen, Organizer oder Projektplaner.
Mit diesen Hinweisen endete der Vortrag von Bettina Angerer und es wurden noch einige Fragen diskutiert. Die Zuhörer haben wichtige Erkenntnisse und konkrete Hilfen zum Umgang mit der Zeit erhalten und bestätigten das mit lang anhaltendem Applaus. Das Schlusswort sprach dann der Qualifizierungsberater Harald Beltz und bot den anwesenden Firmenvertretern an, sie bezüglich der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu beraten und verriet noch ein wichtiges Erfolgsgeheimnis, das aus drei Buchstaben bestünde, nämlich T, U und N: "Erfolgreich sind die Menschen, die das, was sie wissen, auch tun".