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Erfolgreiches Jahr 2011, Sanierungsziel in Rekordzeit erreicht

13.07.2012

Geschäftsführer Dr. Harald Schroers, Aufsichtsratsvorsitzender Wilhelm Alms und Landrat Oliver Stolz blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurück.

Die WEP Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Pinneberg GmbH blickt auf ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr 2011 zurück. Die Bankverbindlichkeiten wurden weiter reduziert und in nur sechs Jahren schaffte Geschäftsführer Harald Schroers, was zu Beginn nur wenige für möglich hielten: Die WEP ist heute finanziell saniert.

Als Schroers Mitte 2006 die Geschäftsführung übernahm, befand sich die WEP in einem äußerst desolaten Zustand. Knapp 30 Millionen Euro Verbindlichkeiten wies der Kassensturz für den Jahresabschluss 2005 aus. Das vorhandene Vermögen war deutlich weniger wert, die WEP stand vor der Zahlungsunfähigkeit. „ Das notwendige Sanierungskonzept stand schon nach wenigen Wochen. Es umfasste im Wesentlichen die Neuausrichtung des Grundstücksvertriebs, den Ausbau der Drittmittelfinanzierung sowie die Optimierung von Finanzierungs- und Investitionskosten.“ Zählt Schroers auf. Schmerzhaft für den Gesellschafter Kreis Pinneberg: auch eine Kapitaleinlage von rund 14 Millionen Euro gehörte dazu. (siehe Hintergrund 1)

Seit dem können sich die Bilanzen sehen lassen. Von 2006 bis 2011 investierte die WEP jedes Jahr rund 600.000 Euro in den Bau von Straßen und Erschließungsanlagen. Davon profitieren heute Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen. Mit dem Verkauf von Grundstücken und anderen Dienstleistungen erwirtschaftete die WEP in dieser Zeit einen durchschnittlichen Jahresgewinn von 900.000 Euro. Vor allem aber reduzierte sie die Bankverbindlichkeiten aus eigener Kraft jährlich um 2,4 Millionen Euro. Aktuell bleiben noch Kredite von 3 Millionen Euro. Diese können bei anstehender Fälligkeit sofort mit dem mittlerweile wieder vorhandenen Vermögen abgelöst werden.

„Die WEP ist damit heute praktisch schuldenfrei. Das finanzielle Sanierungsziel haben wir weit vor der geplanten Zeit erreicht. Das freut uns als Gesellschafter natürlich sehr und diese Leistung verdient auch unseren Dank an Geschäftsführung und Belegschaft“, sagt Landrat Oliver Stolz als Vertreter des Hauptgesellschafters Kreis Pinneberg.

„Der eigentliche Gewinn für den Kreis und seine Bürger zeigt sich aber nicht in den Bilanzen, sondern in den Dienstleistungen für den Kreis und den externen Erträgen aus der Arbeit der WEP“ ergänzte Wilhelm Alms, Vorsitzender des Aufsichtsrates und der Gesellschafterversammlung.

Beispiel Gründungsförderung: Über 100 Gründungswillige begleitet die WEP im Jahr 2011 mit Beratung und Information, davon wagten etwa 50 den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit. Jedes dieser neugegründeten Unternehmen bringt mindestens einen Arbeitsplatz meistens mit Lohn und Einkommensteuer für die Wohngemeinde.

Beispiel Gewerbesteuereinnahmen: Im Kreisgebiet gab es im Jahr 2011 rund 80.000 sozialversicherungspflichtig Arbeitsplätze, mit denen ein Gewerbesteueraufkommen von über 130 Millionen Euro erwirtschaftet werden konnte. Dies ergibt einen Durchschnitt von 1.625 Euro pro Arbeitsplatz. Im WEP Gewerbegebiet Tornesch/Ellerhoop arbeiten derzeit über 500 Beschäftigte. Daraus errechnen sich voraussichtliche Gewerbesteuereinnahmen von über 800.000 Euro für die öffentliche Verwaltung, und das Jahr für Jahr mit steigender Tendenz. Hinzu kommen die Lohn- und Einkommenssteueranteile für die Gemeinden etwa in gleicher Höhe.

Beispiel REK A23/B5: Rund 130.000 Euro kostet das gemeinsame Zukunftskonzept für die Westküste. Es soll aus einer mehrjährigen Zusammenarbeit der vier Kreise, der Kammern, der Wirtschaftsförderer und des Landes Schleswig Holstein entwickelt werden. Im Mittelpunkt stehen Konzepte, aber auch die politische Arbeit für ein gemeinsames Energiekonzept, für überregional bedeutende Gewerbestandorte oder für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Die WEP ist Träger und Mitinitiator des Projekts. Sie hat die Fördermittel und Finanzierung organisiert und setzt sich in dem Projekt -wie alle anderen Beteiligten- mit hohem Arbeitsaufwand für die Verbesserung der wirtschaftlichen Infrastruktur im Kreisgebiet ein.

Beispiel Fördermittelakquisition: Über ihre Tochtergesellschaft PGN Projektgesellschaft Norderelbe GmbH berät die WEP öffentliche Träger bei der Finanzierung und Entwicklung von Maßnahmen. Die Sanierung eines Hafengrundstückes mit Abriss des Silos in Uetersen, ein Stadtentwicklungskonzept in Wedel oder aktuell die mehrere Millionen Euro umfassende Förderung des Hafenausbaus auf Helgoland sind nur einige Beispiele für die Erträge der WEP Maßnahmen.

Solche Erträge können nicht der WEP Bilanz zugerechnet werden. Die meisten Kreise wissen aber um den Nutzen für ihren Haushalt und die Wohlstandseffekte für die Einwohner. Sie finanzieren ihre Wirtschaftsförderung entsprechend. Der Kreis Pinneberg  bezuschusst die WEP jährlich mit 200.000 Euro, der Kreis Segeberg fördert seine Gesellschaft mit rund 500.000 Euro jährlich, der Kreis Herzogtum Lauenburg mit aktuell über 600.000 Euro allein für das Standortmarketing.

Hintergrund 1: Die WEP Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Pinneberg GmbH wies mit dem Jahresabschluss 2005 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von über 13 Millionen Euro auf. Ursächlich für die finanzielle Schieflage war eine Entscheidung des Pinneberger Kreistages aus den 90`er Jahren. Der beschloss damals, Bauernhöfe und landwirtschaftliche Fläche anzukaufen, um eine Abfallwirtschaftszentrum mit Deponie einzurichten. Aus den Plänen wurde nichts, die etwa gleichzeitig beschlossene Anpassung der Bundesgesetzgebung untersagte die Neueinrichtung von Deponien. Der Kreis saß plötzlich auf einem vergleichsweise hochpreisig erworbenen Landbesitz, der nur mit sehr großen Verlusten hätte wieder verkauft werden können. Nach den Beschlüssen des Kreistages sollte nun ein Gewerbegebiet entwickelt werden. Für einen zweistelligen Millionenbetrag musste die WEP daraufhin die bislang von einer Treuhändergesellschaft zusammengekauften Flächen übernehmen und den Ankauf zu Ende führen. Die Aufwendungen für den Grundstückskauf tauchten auf diese Weise nicht im Kreishaushalt auf, sondern in der Bilanz der WEP. Rund 100 ha und mehrere landwirtschaftliche Gebäude wechselten so den Eigentümer. Für die Entwicklung mussten nun noch die Aufwendungen für Straßenbau, Altlastenbeseitigung und sonstige Erschließungsanlagen aufgebracht werden. Deren Anteil war wiederum überdurchschnittlich hoch, weil die Genehmigung für ein eigentlich an dieser Stelle nicht vorgesehenes Gewerbegebiet vom Land Schleswig Holstein nur gegen teure Auflagen für Flächennutzung und Naturausgleich erteilt wurde. Die millionenschweren Investitionen für Grundstücksankäufe und Baumaßnahmen sowie Zinslasten bis zu einer Millionen Euro pro Jahr konnten allerdings kurzfristig nicht erwirtschaftet werden. So musste der Kreis Pinneberg im Rahmen des Sanierungsplanes rund zehn Jahre später doch noch den Kaufpreis für die Grundstücke zahlen, als Kapitaleinlage an die WEP.

Hintergrund 2: Der Kreis Pinneberg betreibt seit über 60 Jahren eine eigene Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft. Am Anfang stand die Baustoffverwertungsgesellschaft mbH, mit der ab 1948 Kriegstrümmer für die Bauwirtschaft aufbereitet wurden. Die Gesellschaft wurde im Jahr 1952 in die W&A Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft des Kreises Pinneberg mbH umbenannt, der Zweck auf die Erschließung von Wohn- und Gewerbegebieten geändert. In Friedrichgarbe, damals noch dem Kreis Pinneberg zugehörig, entwickelte die Gesellschaft über 10 ha Industriefläche für die Ansiedlung von Kühlmöbel Schneider, die Ebbrecht Konservenfabrik und andere Unternehmen aus der Aufbauzeit. Außerdem wurden rund 40 ha Wohnfläche, überwiegend für den Geschoßwohnungsbau, entwickelt. Sie legte damit den industriellen Grundstein im heutigen Norderstedt. Im Jahr 1997 wurden Zweck und Firmierung erneut an die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen angepasst. Der Wohnungsbau war nun kein politisches Ziel mehr, die Gesellschaft konzentrierte sich bis heute unter dem Namen WEP Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Pinneberg mbH auf die Entwicklung von Gewerbeflächen und die allgemeine Wirtschaftsförderung. Das klassische Geschäft, die Entwicklung von Gewerbegebieten, wird heute durch weitere Maßnahmen ergänzt, beispielsweise der Förderung von Unternehmensgründungen, der  Akquisition  von Fördermitteln für öffentliche Infrastruktur, der Sicherung des Arbeitskräftepotentials oder dem Standortmarketing für das Kreisgebiet. Diese Arbeit hat das Gesicht des Kreises in den vergangen Jahrzehnten geprägt. Davon zeugen Gewerbeansiedlungen in Barmstedt, Elmshorn, Heede, Klein Offenseth-Sparrieshoop, Quickborn, Rellingen, Tornesch und anderen Gemeinden, aber auch die nicht sichtbaren Erträge, die millionenschweren Einkommens- und Gewerbesteuerzahlungen, die jährlich an die Kommunen und den Kreis fließen.

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